Fresken von Akrotiri: Detail vom Schiffsfresko mit Landmasse, Siedlung, abfahrendem Schiff, einem Löwen und Hirschen

Das Schiffsfresco von Akrotiri

Unter Vulkanasche lag Jahrtausende lang eine Siedlung auf der griechischen Insel Santorini (Thira) verborgen. Ähnlich wie in Pompeji haben sich auch hier Wandmalereien erhalten. Unter den Fresken von Akrotiri befindet sich das sogenannte Schiffsfresko, das zwei bebaute Landmassen, das Meer dazwischen sowie Schiffe und viele menschliche Figuren zeigt.

Ein Fresko wie eine Bildergeschichte

Das Fresko ist fast 4 Meter lang. An seinem linken Ende ist eine Insel oder ein Stück Festland dargestellt. Siedlungen sind erkennbar, die offenbar durch einen Fluss voneinander getrennt sind. Die Fresken von Akrotiri zeigen auch Tiere, hier zwei Hirsche, die von einer Großkatze verfolgt werden.

Fresken von Akrotiri: Detail vom Schiffsfresko mit Landmasse, Siedlung, abfahrendem Schiff, einem Löwen und Hirschen
Detail aus dem Schiffsfresko (17). Oben links laufen Hirsche davon, eine Großkatze folgt ihnen. Der blaue Streifen könnte einen Fluss darstellen. Die linke, kleinere Siedlung ist in diesem Ausschnitt nur zum Teil sichtbar.

Die große Siedlung hier auf dem Ausschnitt zeigt mehrstockige Gebäude mit Dachterrassen sowie die Einwohner*innen. Elf der zwölf dargestellten Figuren in der Siedlung blicken augenscheinlich den Booten hinterher (bis auf eines sind die Boote in diesem Ausschnitt nicht zu sehen). Möglicherweise wird eine Schiffsprozession dargestellt, denn alle Boote scheinen in dieselbe Richtung zu fahren.

Was stellen die Fresken von Akrotiri dar?

Ein historisches Ereignis, eine Sage oder nur Deko?

In allen Häusern der verschütteten Siedlung wurden figürliche Motive gefunden. Doch was haben die damaligen Künstler*innen auf den Fresken von Akrotiri dargestellt?

Innenwände eines Hauses in Akrotiri mit Fresken, die Lilien, Schwalben und Felsformationen zeigen.
Diese Wandfresken mit roten Lilien und Schwalben (19) wirken auf mich wie Deko.

Was das Schiffsfresko anbelangt, herrscht in der Forschung keine Einigkeit, ob eine Erzählung oder ein Mythos oder ein reales Ereignis abgebildet ist.

Genauso unsicher ist, welche Landmassen dargestellt sind. Die Siedlungen rechts und links auf dem Schiffsfresko könnten Festland oder Inseln sein. Möglich ist auch, dass beide Orte auf derselben Insel liegen, vielleicht sogar auf Thira selbst.

Boote mit Rudern und einem Rahsegel

Schiffsfresko Akrotiri Detail mit "Hauptschiff" und Segelschiff mit Rahsegel
Detail aus dem Schiffsfresko (18). Rechts sieht man (zur Hälfte) ein Segelboot mit einem Rahsegel.

Mehrere der Boote besitzen Masten, eines hat ein Segel gehisst. Das ist ein wichtiger Beweis: Das Rahsegel zeigt, dass die Menschen damals Segelboote kannten. Die Abbildung unten vom gesamten Fresko ist zwar zu klein, um Einzelheiten zu erkennen, aber sie gibt einen Eindruck von der Szene. Leider habe ich keine bessere Auflösung gefunden.

Fresken von Akrotiri: Schiffsfresko mit zwei bebauten Landmassen, dazwischen das Meer mit Schiffen und Delfinen
Schiffsfresko (16)

Keine schriftlichen Quellen, keine Knochen

Die Ausgrabungen in Akrotiri sind noch nicht beendet. Doch bisher wurden kaum schriftliche Zeugnisse gefunden. Einige wenige Tonscherben tragen Zeichen der Linearschrift A, die bis heute nicht entziffert ist. Offenbar hatten die Einwohner noch Zeit, die Siedlung zu räumen, bevor Asche und Lava über sie hereinbrach, denn es wurden keine menschlichen Überreste gefunden.

Die Fresken von Akrotiri – eine Fundgrube für den Weltenbau

Die Fresken von Akrotiri sind etwa 3600 Jahre alt. Damals erstreckte sich die minoische Kultur also nicht nur auf Kreta, sondern auch auf andere Inseln wie Thira. Sogar auf dem an das Mittelmeer angrenzenden Festland gibt es Spuren der minoischen Kultur.

Genau zu dieser Zeit spielt mein Kretaroman Der Prinz im Labyrinth.

Um die Romanwelt zu erschaffen, habe ich mich an den minoischen Darstellungen orientiert, so auch an den Fresken von Akrotiri. Im Roman ist Kreta mit Häfen gesäumt. In den Städten stehen mehrstockige Häuser, die mit Wandmalereien verziert sind. Thira und Kreta sind Schwesterinseln. Das Schiffsfresko könnte, in meiner Romanwelt, den Besuch einer Delegation von Thira auf Kreta darstellen.

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Cover Der silberne Kessel

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