Pasiphaë und Asterios auf einer Trinkschale 4. Jh. BC

Pasiphae und der Stier

In meinem Roman „Der Prinz im Labyrinth“ geht es um den Mythos vom Minotaurus. In der Sage ist der Minotaurus der Sohn von Pasiphae, der kretischen Königin, und einem Stier. Denn Pasiphae und der Stier hatten eine Liaison, so beschreibt es zumindest der Mythos.

Minotaurus – ein Mischwesen

In meiner Geschichte hat der Prinz, also der Sohn von Pasiphae, keinen Rinderkopf. Denn mein Roman hat mit Fantasy nichts zu tun.

Minoisches Fresko aus Knossos, Ausschnitt mit drei bartlosen Figuren

Dieses minoische Fresko stammt aus Knossos (2), es wurde wahrscheinlich zu der Zeit gemalt, in der mein Roman „Der Prinz im Labyrinth“ spielt. Ich habe die mittlere Figur als mein „Vorbild“ für die kretische Königin, Minas Pasiphaë, genommen.

Wir wissen alle: Nach dem heutigen Stand der Biologie können Menschen und Rinder keine gemeinsamen Kinder bekommen. Aber falls der Mythos ein Körnchen Wahrheit enthält, wie könnte sich die Lovestory zwischen dem „Stier“ und der Königin abgespielt haben?

Zuerst einmal: Stichwort praktische Durchführung

Angeblich hat Pasiphae sich von einem berühmten Baumeister helfen lassen: Daidalos. Er verkleidete sie als Kuh, das heißt, er baute eine Kuh aus Holz, in die Pasiphae hineinstieg. Daidalos stellte die Holzkuh auf die Wiese, auf der der Stier weidete. Dort hatten dann Pasiphae und der Stier ihr Schäferstündchen. 🙂

Pasiphae und der Stier – ein saftiger Knüller

Ausschnitt einer mittelalterlichen Miniatur: Pasiphae und der Stier

Mal ganz ehrlich, diese Geschichte ist für Pasiphae ziemlich peinlich. Auch für den Ehegatten ist die Sache nicht angenehm. Gut, ich neige mich jetzt mal gaaanz weit aus dem Fenster und behaupte, dass die Geschichte mit dem hölzernen Kuhkasten eine Erfindung der Athener war, um die Königin von Kreta, der großen Seemacht im Mittelmeer, lächerlich zu machen.

Pasiphae und der Stier – ein beliebtes Motiv

Hier siehst du eine mittelalterliche Miniatur, auf der Pasiphae und der Stier dargestellt sind (7). Bis heute lassen sich Künstler*innen von den Motiven um den Minotaurus inspirieren.

Der nächste Scoop: Die Königin ist schwanger

Pasiphae gebiert ein Mischwesen, Asterios, den sogenannten Minotauros. Er soll einen Rindskopf auf einem menschlichen Körper gehabt haben. Aber, wie gesagt, nach dem heutigen biologischen Forschungsstand ist das unmöglich.

Pasiphaë und Asterios auf einer Trinkschale 4. Jh. BC

Hier ist ein Ausschnitt einer etruskischen Trinkschale dargestellt (4. Jh. v. Chr.) (6) Die Königin Pasiphae hält ihr Kind, den Minotaurus auf dem Schoß.

Aber was sagt Pasiphaes Gatte dazu?

Im Mythos ist Pasiphae mit Minos verheiratet. Minos ließ Asterios, den Minotaurus, zwar in einem Labyrinth wohnen, aber er war keineswegs froh, als Theseus den unehelichen Nachkommen von Pasiphae tötete. Im Gegenteil, Minos nahm Daidalos, den Erbauer des Labyrinths, und dessen Sohn Ikarus gefangen. Denn er machte Daidalos für den Tod des Minotaurus verantwortlich und wollte ihn bestrafen.

Tja, entweder hatte er Pasiphae den Seitensprung vergeben und vielleicht ihren Sohn sogar liebgewonnen. Oder er hatte in Wirklichkeit nichts zu sagen und es war Pasiphae selbst, die Daidalos ins Gefängnis warf. 🙂

Und wie sieht das im Roman aus?

In „Der Prinz im Labyrinth“ heißt Pasiphaes Sohn Asterion – das ist die französische Form von Asterios, die mir vom Klang her besser gefällt. Er hat keinen Stierkopf, aber er ist sehr hellhäutig und hat weißblonde Haare. Weil er leicht einen Sonnenbrand bekommt, hält er sich meistens im Palast auf.

Der "Palast von Knossos" auf Kreta - trafen sich hier Pasiphae und der Stier?

Den Palast im Roman habe ich den Rekonstruktionen des „Palasts von Knossos“ nachempfunden, der so verwinkelt gewesen sein soll, dass er einem Irrgarten glich.

Dies sind die Überreste eines prächtigen Gebäudes auf Kreta, der „Palast von Knossos“ (Foto von Pat Scrap auf Pixabay)

Und aus „Minos“ habe ich einen Titel gemacht – so wie „Pharao“ der Titel des ägyptischen Königs ist. Und dann habe ich noch einen Vokal ausgetauscht, und herauskommt: Minas. Minas Pasiphaë bedeutet also „Königin Pasiphaë“.

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